
29.05.1839 Pfarrverweser Schück schickt folgende Nachricht an das Dekanat:
„Der Zustand der hiesigen Kirche ist in den letzten Tagen ein sehr bedenklicher, ja Gefahr drohender geworden. Die Sprünge haben sich erweitert, die ganze südliche Mauer durchziehend …, dass bereits die Veranlassung getroffen werden musste, dass noch im Laufe dieser Woche mehrere Stützen aufgestellt werden, um ohne Gefahr den sonntäglichen Gottesdienst halten zu können. Ferner senkt sich das Dach auf dieser Seite immer mehr und die Verspeisung im Inneren der Kirche löst sich immer mehr los….. . Ein baldiger Einsturz lässt sich befürchten.“
Ergänzung vom 15.07.1839 „Zu dieser Baufälligkeit, die schon mehrere Stützen notwendig machte, kommt eine auffallende Kleinheit derselben, so dass für eine durchschnittliche Kirchgängerzahl von 500 (!) Personen, selbst an einem gewöhnlichen Sonntag, die Bodenfläche der Kirche nur 1400 Quadratfuß betrage und die Sitze in der Emporkirche höchst eng und unbequem angebracht sind.“
Er ersucht daher das Dekanat gehorsamst, gefälligst dahin wirken zu wollen, dass die hiesige evangelische Kirche durch die betreffliche Behörde untersucht und deren Neubau angeordnet wird.
05.11.1839 Mitteilung an den Kirchengemeinderat über die Besichtigung der Kirche durch das Vogtgereicht in Reihen.
März 1840 In der ev. Kirche dürfen aufgrund der Baufälligkeit keine Gottesdienste mehr abgehalten werden. Die katholische Gemeinde wird ersucht, ihre Kirche der evangelischen Kirchengemeinde zu Gottesdienstzwecken gegen Miete zur Verfügung zu stellen.
15.05.1840 Versteigerung des Abbruchs der Kirche / des Kirchenlanghauses aus dem Jahre 1737; Entwurf eines ersten Planes für die neue Kirche
08.08.1840 Bericht von Pfr. Schück an das Dekanat:
"Nach Abbruch der Kirche stellte sich heraus, dass auch der Turm (mit der gefundenen Jahreszahl 1571) an der Südseite schadhafter ist als die Experten es zunächst sehen konnten."
26.02.1841 Bitte an die Bauinspektion Heidelberg, den Platz für die neue Kirche abzustecken, damit mit dem Graben der Fundamente, dem Aufräumen und Einebnen des Platzes begonnen werden kann. Der Gemeinderat befinde sich in einer misslichen Lage, da die katholische Kirche nur einen Teil der Kirchgänger fasst. Es zeige sich bereits eine große Unzufriedenheit in der Gemeinde.
16.07.1842 Versteigerung der Abbrucharbeiten des Turms
27.09.1842 Legung des 1. Fundamentsteines
05.11.1843 Einweihung der neuen Kirche
Das Ereignis drohte beinahe zu scheitern, weil die Kassen inzwischen leer waren, Handwerker nicht bezahlt werden konnten und diese nur durch gutes Zureden für die Vollendung ihrer Arbeit gewonnen werden konnten.
1890/96 Erneuerung der Fenster; Neudeckung der Kirche
1905/06 Große Renovierung
Äußere Instandsetzung, Entwässerungsmaßnahmen, Einbau einer Blitzschutzanlage.
1920 Sabotage an der Kirche
Mehre Fensterscheiben wurden eingeworfen, der Putz stellenweise abgeschlagen, Schrauben an den Scharnieren der Abfallrohre und am Blitzableiter herausgedreht.
07.11.1920 Anbringung einer Gedenktafel für die Gefallenen des 1. Weltkrieges
1927 / 28 Einbau einer Heizung
Bis dahin wurden die Gottesdienste im ungeheizten Kirchenraum abgehalten.
Ostern 1934 Der Kircheninnenraum erhält einen neuen Anstrich in hellrot. Über der weißen Kanzel steht in großen Lettern das Wort aus Hebr. 13,8: "Jesus Christus gestern und heute, und derselbe auch in Ewigkeit."
1968 / 71 Große Renovierung
Erneuerung der Heizung, Malerarbeiten im Inneren, Elektroarbeiten und Anschaffung neuer Leuchten, Reparaturen an den Fenstern, der Dachstuhl sei vom Holzwurm verfressen, Erneuerung des Laufs der Freitreppe zur Kirche, Erneuerung des Außenputzes und des Außenanstrichs
Beim Ausheben der Luftschächte für die neue Heizung stößt man in der Mitte der Kirche auf ein Fundament der Vorgängerkirche und auf etliche Gräber.
Juli 1969 Neuanstrich des Turmkreuzes und Anschaffung eines neuen Wetterhahns
02.05.1971 Einweihung der renovierten Kirche durch Dekan Glöckler.
13.02.1978 Genehmigung des Einbaus einer Lautsprechanlage
Frühjahr 1990 Beginn der Arbeiten für die Außenrenovierung der Kirche, die bis zum Spätjahr 1992 andauerten.
Bei der notwendigen Neuverlegung der Entwässerungsleitungen stieß man auf die Fundamente des alten Kirchturmes aus dem Jahre 1571. Der Eckquader des alten Kirchturmes wurde in den neuen Tauftisch als Taufstein eingelassen.
1992: Neubau des katholischen Pfarrheimes und Umgestaltung des gesamten Kirchenplatzes. Anschluss der Kirche an Stromerdkabel und Neuverlegung der Entwässerungsleitungen. Planung einer Fassadenbeleuchtung der Kirche.
2014 Innenrenovierung des Kirchenschiffes
Auszug aus der Kirche am 28.3.2014, Wiedereinweihung am 29.3.2015
2019 Gutachten über den Zustand des Kirchendaches mit Maßnahmenkatalog und Kosten in Höhe von ca. 500.000€





